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Bike-Tour vom 22./23./24./25. August 2002 - Mountain-Rally im "Bündnerland" Kurt Fischer Technische
Daten der Tour 1. Tag: Donnerstag, 22. August Bereits zum zweiten Mal nach 2001 beginnt die Bike-Tour nicht bereits vor der Haustüre. Tagwache um 4.00 Uhr, verladen der Bikes und schliesslich Start in Christian's Tiefgarage um ca. 05.15 Uhr. Mit dem (ersten) Ziel Landquart im Visier hat damit unser erstmals 4-tägiges Bikeabenteuer begonnen. Schon früh wird uns bewusst, dass unser Startfahrplan ins Wanken geraten könnte...die Fahrstrecke nach Landquart beansprucht unter normalen Umständen etwas mehr Zeit als gedacht. Eine unproblematische Verkehrsituation, Christian's Fahrweise knapp ennet der Legaltität und ein idealer Parkplatz praktisch beim Bahnhofgebäude lassen uns aber gar noch auf den nahenden Zug um 06.52 nach Chur warten....Die anschliessende Busfahrt ab der Bündner Hauptstadt (595m) in Richtung Lenzerheide bei bereits prächtigem Bergwetter schürt die erwartungsfrohe Spannung auf die kommenden Tage. In (Heini Hemmi's) Parpan (1493m) lässt uns der hilfsbereite Car-Pilot aussteigen und los geht's... Das erste Teilstück ist für Christian und mich aus der letztjährigen Tour bekannt (letzter Tag vor Tourende und Rückkehr nach Chur). Im Schatten des Parpaner Schwarzhorns und des Güraletsch, zuerst auf Asphalt-, dann auf Schotterstrasse fahrend, erreichen wir bereits nach knapp einer Stunde das "Churer Joch" (2020m), haben die ersten Höhenmeter in den Beinen und geniessen erstmals prächtige Ausblicke. Die aufsteigende Sonne lockt noch den restlichen Regendampf in Form von kleinen Wolkenkissen aus den Tälern und beherrscht zunehmend die Szenerie. Bereits folgt der erste Single-Trail, neugierig beäugt von mehrheitlich braunen "Hornviechern", auf teilweise noch etwas schlammigem Untergrund, aber mehrheitlich fahrbar in Richtung Tschiertschen. Eine erste Bike-Wäsche im munteren Bergbach sorgt wieder für einigermassen saubere Untersätze. Bei Punkt 1163 südostwärts haltend, folgt der zweite Anstieg des Tages, das Hindernis "Ochsenalp" (1936m). Alles fahrbar passieren wir den tierischen Ort und geniessen anschliessend bei einem gemütlichen Rastplatz oberhalb von Maran den Ausblick auf das für mich bisher doch eher unbekannte "Schanfigg". Auf wunderschönen Schotterstrassen mit fussgängerischem Gegenverkehr erreichen wir schliesslich und begrüsst uns die doch nicht unbekannte Feriendestination Arosa (mit See) auf 1739 m.u.M. Die rasante Abfahrt nach Langwies (1373m) "vernichtet" innert kurzer Zeit wieder mühsam erarbeitete Höhenmeter und ist zugleich der Auftakt zum dritten und vorletzten Hindernis des Tages. Mit dem Aufstieg zum Durannapass erschliesst sich für uns wiederum eine unbekannt Welt mit der Bescheidenheit eines Seitentales ohne den häufig in der Luft liegenden Geruch von Massentourismus. Stetig schlängelt sich die (Schotter)-Strasse in Richtung des kleinen aber schmucken Dorfes Strassberg (1919m). Der einladenden Sonnenterasse des einzigen Gasthofes können wir nicht wiederstehen und geniessen hier sowohl die wohlverdiente Mittagsrast bei Älplermakkaronen in Form eines Hörnli-Wurst-Auflaufes als auch die prächtige Aussicht ins Tal. Abwechslungsreich verlaufen die letzten Höhenmeter auf den Durannapass (2117m). Kurz reizt uns der Gedanke, die Route über das berühmte Weissfluhjoch unter die Räder resp. wohl eher unter die Füsse zu nehmen. Wir entscheiden uns dann aber für die vorgesehene Route. Bei der abwechslungsreichen Abfahrt in Richtung Klosters via Fideriser und Conterser Schwendi schnuppern wir teilweise auf am Schotter des "Kübliser Bike-Masters" und erreichen schliesslich wie vorgesehen das Trassee der Prättigauer Eisenbahn (1352m). An diesem entlang führt ein wirklich schöner aber teilweise mit ruppigen Steigungen durchsetzter Weg bis auf den Wolfgangpass (1631m). Beim zwangsweisen Zwischenhalt entdecken wir die Leistungsfähigkeit einer Mini-Pumpe und stellen fest dass entweichende Reifen-Luft für Christian durchaus nicht zum Abbruch eine Biketour führen muss. Entlang dem Davoser-See geniessen wir das prächtige Wetter und werden im Büro des Verkehrsvereins Davos (1559m) sogleich fündig bezüglich preiswerter Unterkunft. Der Besuch beim Bike-Mech, der Rückblick mit mindestens einem kühlen Blonden auf den ersten Tag im wärmenden Sonnenschein in der Gartenwirtschaft des Sportzentrums, gediegene Pizzaschlemmereien beim Italiener und der hervorragenden Service im Hotel Cresta runden den ersten Tag unseres Bike-Marathons auf jeden Fall prächtig ab.
Prächtiges Wetter, frisch gewaschene und getrocknete Bike-Klamotten und ein genussreiches Frühstücksbuffet schrauben die Erwartungshaltung für den 2. Tag in die Höhe. Recht spät (ca. 09.00 Uhr) radeln wir los und entdecken erst einmal das wunderschöne Dischmatal. Die Steigung bis Dürrenboden (2007m) ist zwar stetig, der Weg aber asphaltiert und so erreichen wir den Ausgangspunkt zum Tageshindernis "Scaletta" bereits nach knapp einer Stunde. Was anfänglich nach "heiler Wetterwelt" ausgesehen hat, ändert sich jetzt doch recht schnell; überschwappen doch plötzlich dunkle (Regen)-Wolken die Felsbarriere ins Engadin. Trotzdem nehmen wir den Aufstieg zum spätestens seit dem Gigathlon 2002 berühmten Scalettapass in Angriff. Teilweise auf, häufig aber doch neben dem Bike schrauben wir uns in die Höhe und geniessen dann auf dem doch kühlen und zügigen Passübergang (2606m) eine kurze Mittagsrast. Der Single-Trail bis zur Alp Funtauna (2192m) erheischt stete Aufmerksamkeit und fordert doch einiges an Gleichgewicht und Einfühlungsvermögen. Ab der Alp öffnet sich das landschaftlich wunderschöne Val Susauna und wir preschen auf teilweise groben Schotterstrassen bei immer noch trockenem Untergrund zu Tal. Im ersten Engadiner Ort Susauna (1682m) lassen wir unsere Scheiben etwas auskühlen, ziehen es vor in der einzigen Wirtschaft des Ortes trotz kühlen Temperaturen "outdoor" eine Zwischenverpflegung einzuverleiben und betrachten mit zunehmender Besorgnis den immer dunkler werdenden Himmel. Aufgrund der unsicheren Wetterlage werden einige Szenarien über den weiteren Verlauf des Bike-Trips besprochen. Wir entschliessen uns schliesslich, die vorgesehen Etappierung beizubehalten und auf jeden Fall den Samstagmorgen abzuwarten. Erstmals vermischen sich Regen- und Schweisstropfen, kann die Rucksackregenhülle ihr Tauglichkeit unter Beweis stellen. Der stetige Anstieg inmitten des Lärchenwaldes zum "Acla Laret (2006m) fordert uns bikemässig an diesem Tag ein letztes Mal und öffnet schliesslich den Blick in Richtung Zuoz, Samedan und St. Moritz. Zwar noch stark wolkenverhangen, aber inzwischen bereits wieder trocken, führen uns teilweise prächtige Wander- und Bikewege bis nach Zuoz (1735m), Madulain (1684m) und schliessnlich nach La Punt (1687m). Hier am Fusse des Albula-Passes finden wir im gleichnamigen Hotel mit einer mitteilsamen Gastwirtin eine uns zusagende Gartenwirtschaft (die Sonne hat im Kampf mit den Wolken bereits wieder Überhand gewonnen), genehmigen uns aufgrund der doch recht frühen Ankunft ein (nicht ganz günstiges) Bündnerplättli und bringen es doch tatsächlich fertig, die tagsüber "verlorene" Flüssigkeit wieder adäquat zu ersetzen....
Zur "Königsetappe" unserer Tour erwartet uns überraschenderweise weitgehend wolkenloser Engadinerhimmel. Der inzwischen obligate Bike-Check findet heute etwas früher statt und so verlassen wir an und ab etwas ungläubig zum Himmel äugend La Punt auf dem offiziellen Velo- oder Bikeweg (Graubünden- Route Velo-Tour Nr. 6). Von Tourabbruch kann auf jeden Fall keine Rede mehr sein. Kurz nach S-chanf (jedem "Fläbler" wohlbekannt) zweigt der Weg ab und wir verlassen das eigentlich Engadiner Hochtal. Auf Schotterstrasse folgen wir dem prächtigen Bach "Ova da Varusch", überqueren diesen beim Punkt 1736 (hier verzweigen sich das Trupchun- und das Chaschauna-Tal) und schon windet sich die gut fahrbare Wald-Schotterstrasse bergan. Stetig gewinnen wir so an Höhe und bald öffnet sich uns das prächtig gelegene Chaschauna-Hochtal mit der gleichnamigen Alp (2210m). Bizarre Felsgebilde (u.a. der Piz Chaschauna) türmen sich linker Hand und unser Herantasten an das höchste Hindernis des Tages wird von Warnschreien der hier ebenfalls ansässigen Murmeltiere begleitet. Schliesslich bleibt uns nichts mehr anderes übrig als dem Drängen des Bikes nach Rollentausch nachzugeben und so führt uns die doch einigermassen "zäche", ca. einstündige Lauf-/Tragepassage über fast 500 Höhenmeter auf den Chaschauna-Pass und damit zur grünen Grenze zu Italien auf immerhin 2694 m.ü. Meer. Der Rundumblick bis weit in die italienischen Hochalpen ist fast ebenso imposant wie die jetzt folgende Abfahrt. Nachdem wir das "Rifugio" knapp unterhalb der Passhöhe links liegen lassen, folgen die steilen, fast nicht enden wollenden Kehren auf Schotterstrasse bis ins Val Federia und schon bald erreichen wir die italienische Enklave Livigno (1805m). Der beim Downhill fast plötzlich einsetzende leichte Regen wird hier wieder von wärmendem Sonnenschein abgelöst. Ein gastliches Ristorante verwöhnt uns mit feiner Pasta und so lassen sich unsere Kohlenhydratspeicher wieder auf das notwendige Niveau einpendeln. Als erstes überqueren wir nach der wohlverdienten Mittagsrast den "Spöl" als Zufluss des Lago die Livigno und fahren anschliessend auf der südlichen Uferstrasse des Sees bis zum Eingang des "Valle Alpisella" (1811m). Der Aufstieg zum gleichnamigen Pass beginnt eigentlich recht angenehm. Ein wirklich wunderschöner Fussweg führt uns immer tiefer und weiter ins Tal hinein, bietet einen prächtigen Ausblick in die pittoreske Flusslandschaft im Talgrund, lässt uns eine schmale aber währschafte Holzbrücke passieren...und wir ahnen es....jetzt folgt erst der richtige Aufstieg zum Passo. Fast 400 Höhenmeter auf einem steilen Wanderweg ohne zwischenzeitliche Erholungsmöglichkeit lässt hie und da den Gedanken aufkommen, der Plackerei ein Ende zu setzen und das Bike einfach zu schieben. Aber eben...warum soll ich absteigen, wenn der Leidenskollege am Hinterrad das auch nicht tut?! Die uns auf dem Passo Alpisella (2290m) erwartenden Naturschönheiten lassen aber solchen Gedanken überhaupt keinen Raum. Am Zusammenspiel von mächtigen Felsen, weiten Geröllabhängen, Sonnenschein und Wolkentürmen können wir uns kaum sattsehen, obwohl bei der anschliessenden Abfahrt bis zum Lago die S. Giacomo resp. zum Passo die Fraele (1952m) durchaus Konzentration gefordert ist. An der nordöstlichen Spitze des Lago führt uns der Weg wieder in Richtung Schweizer Grenze, welche wir am Passo Val Mora (1934m) auch wieder überqueren. Was jetzt folgt, lässt wohl jedes Biker-Herzen schneller schlagen. Dem gleichnamigen Fluss folgend, dringen wir auf einem einsamen Single-Trail immer tiefer ins Tal ein, überqueren das Flussbett und schon bald öffnet sich uns das eigentliche Val Mora. Auf Wanderwegen und Schotterstrassen dem immer breiter werdenden Flussbett folgend erreichen wir schliesslich mit dem "Döss Radond" (2234m) den höchsten Punkt des Hochtales. Was jetzt folgt ist ein "Downhill" auf Schotterpiste im Eiltempo. Christian lässt hier wieder einmal nichts anbrennen. Knapp 1000 Höhenmeter tiefer, zwischen Valchava und St. Maria (1375m) nimmt uns die normale (Strassen)-Welt wieder in Empfang. Der Hauptverkehrsader via Müstair über die Grenze nach Südtirol folgend, passieren wir die (wieder) italienischen Orte Taufers und Laatsch und fahren schliesslich mangels geeigneter Unterkunft bis nach Mals im Vinschgau und finden dort im Hotel Garberhof eine prächtige (Suiten)-Unterkunft zum durchaus günstigem Preis. Vor dem Zimmerbezug gilt die volle Konzentration aber noch de(n) obligaten "Hopfentrunk"(s), bei der wir den abwechslungsreichen und mit Naturschönheiten "gespickten" Tag noch einmal Revue passieren lassen können. Der abendliche Pizzeriabesuch lässt uns kulinarisch ebenfalls nicht darben (ich habe immerhin zum erstenmal Knödel gegessen) und so können wir einigermassen gelassen dem letzten Hindernis des morgigen Sonntags entgegenblicken.
Es bleibt dabei,
der Wettergott ist uns gut gesinnt. Beim ausgezeichneten Frühstück
noch praktisch ungestört, verlassen wir den gastlichen Ort und
das Hotel am Fusse des Reschenpasses nach schon beinahe traditionellem
Bike-Self-Service gegen 08.45 Uhr. Bei Schleis (1064m) hat die Gemütlichkeit
ein Ende. Dank asphaltiertem Untergrund ist die erste Steilrampe mit
knapp 300 HM in Richtung Schlinigpass recht einfach zu bewältigen.
Auf der folgenden Schotterstrasse bis "Schlinig" (1738m)
werden wir aber doch einigermassen gefordert. Der Schlinigpass resp.
die Sesvenna-Hütte scheinen bei den Südtirolern am Sonntag
auf jeden Fall einen Ausflug wert zu sein, füllen sich doch die
Parkplätze in Schlinig durch Autos, welche auf der Zufahrtsstrasse
ab Burgeis in diese Sackgasse gelangen. Ab dem Dorfausgang ist dann
Fahrverbot und so ergiesst sich ein wahrer Fussgängerstrom bei
herrlichem Wetter bergan. Vorläufig noch stetig fahrend, fällt
es immer schwerer, die Bergfussgänger "zügig"
zu überholen. Schliesslich bleibt uns nichts anderes übrig,
als die Bikes an den Rotsocken vorbeizuschieben. Weit über uns
entdecken wir die Rampe zur Sesvenna-Hütte (2258m) und anschl.
zum Schlinigpass (2309m)...der höchste Punkt des letzten Tages
ist damit erreicht. Ein herrlicher Single-Trail auf teilweise trickigem
Wanderweg führt uns dann an den Eingang des "sagenumworbenen"
Val d'Uina. Schon bald ist an fahren schon aus Eigeninteresse nicht
mehr zu denken. So öffnet sich der "Schlund" des sich
auseinanderschiebenden Felsmassivs immer mehr und wir tauchen zu Fuss
ein in die atemberaubenden Abgründe dieses Unterengadiner Seitentales.
Bis 1910 war das Tal resp. der direkte Übergang ins Südtiroler
Vinschgau auf diesem Weg nicht passierbar. Auf Initiative des deutschen
Alpenvereins wurde damals ein 600 m langer und ca. 1.3 m breiter Steg
in die Felswand gesprengt (150 m. über der Schlucht). Beeindruckt
passieren wir auch die ausgesetzten Stellen und können uns schon
bald am herrlich fahrbaren Single-Trail resp. anschliessen gut ausgebauten
Wanderweg bis zur Alp Uina Dadaint (1783m) erfreuen. Herrliches Wetter,
die nahende Mittagszeit und ein unbesetzter Holztisch sind für
uns Aufforderung genug, Bike und Rucksack zu deponieren und in aller
Gemütlichkeit die Würzigkeit und den Geschmack von Engadiner
Salsiz und Bergkäse zu geniessen. Bei der folgenden, rasanten
Abfahrt nach Sur En werden die Federelemente unserer zuverlässigen
Tourbegleiter noch einmal tüchtig beansprucht. Entlang dem Inn
führt uns dann auf dem Talboden angekommen ein angenehmer Radweg
bis nach Scuol. Trotz einigen Missverständnissen finden wir alle
3 schliesslich den etwas "abgelegenen" Bahnhof und können
uns hier mitsamt den Bikes ohne Umsteigen bis nach Landquart einchecken.
Der Kreis hat sich damit geschlossen....so bleibt Zeit, ein kurzes
Fazit über die Tour 02 zu ziehen: Freddy Theiler
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